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Hand­chir­ur­gie (Trig­ger­fin­ger)

Hand­chir­ur­gie (Trig­ger­fin­ger)

Was ist ein Ganglion?

Gan­gli­en sind zys­ten­ar­ti­ge mit gal­ler­ti­ger Flüs­sig­keit gefüll­te Aus­stül­pun­gen der Gelenks­kap­sel oder Seh­nen­schei­de. Sie kön­nen an allen Gelen­ken auf­tre­ten, sind aber am häu­figs­ten am Hand­ge­lenk und Fin­ger­be­reich zu fin­den. Oft wer­den sie auf­grund ihrer pral­len und har­ten Struk­tur fälsch­li­cher­wei­se als Über­bein bezeichnet.
 

Was sind typi­sche Sym­pto­me eines Handgelenksganglions?

Hand­ge­lenks­gan­gli­en kön­nen beim Bewe­gen des Hand­ge­len­kes Schmer­zen ver­ur­sa­chen oder sind häu­fig nur kos­me­tisch stö­rend. Sie kön­nen sich in ihrer Grös­se ver­än­dern und teil­wei­se wie­der ganz verschwinden.
 

Wie dia­gnos­ti­ziert man ein Handgelenksganglion?

Anhand der Beschwer­den und an der Vor­wöl­bung sind Gan­gli­on meist ein­fach zu erken­nen. Bei einem ent­spre­chen­den Ver­dacht ver­sucht man, das Gan­gli­on bild­ge­bend mit Ultra­schall dar­zu­stel­len. Eine Magnet­re­so­nanz-Unter­su­chung (MRI) wird meist nur in nicht ganz kla­ren Situa­tio­nen oder bei erneu­tem Auf­tre­ten eines Gan­gli­ons nach ope­ra­ti­ver Vor­be­hand­lung durchgeführt.
 

Wie wird ein Hand­ge­lenks­gan­gli­on behandelt?

Gan­gli­en zei­gen eine rela­tiv hohe Selbst­hei­lungs­ra­te und die Not­wen­dig­keit einer Behand­lung rich­tet sich ganz nach den Beschwer­den. Ein ope­ra­ti­ves Vor­ge­hen im Anfangs­sta­di­um drängt sich nicht auf. Am Anfang einer Gan­glion­be­hand­lung darf eine Sprit­zen­the­ra­pie mit einem lokal wir­ken­den Kor­ti­son­prä­pa­rat ver­sucht wer­den. Damit kann einem Teil der Pati­en­ten bereits gehol­fen wer­den. Wenn kon­ser­va­ti­ve The­ra­pie­mass­nah­men kei­ne Bes­se­rung brin­gen und die Beschwer­den wei­ter­hin bestehen, kann eine Ope­ra­ti­on in Betracht gezo­gen wer­den. Ver­ur­sa­chen Gan­gli­en auf­grund ihrer Grös­se eine Kom­pres­si­on eines Nervs, besteht die Gefahr einer Ner­ven­schä­di­gung. Dann ist ein ope­ra­ti­ves Vor­ge­hen kaum zu umgehen.
 

Was wird beim Hand­ge­lenks­gan­gli­on operiert?

Das Gan­gli­on wird als Gan­zes mit der Ver­bin­dung zur Gelenks­kap­sel ent­fernt. Dies ver­hin­dert mit hoher Wahr­schein­lich­keit, dass das Gan­gli­on sich erneut bil­det. Der Ein­griff wird ambu­lant in einer regio­na­len Anäs­the­sie durchgeführt.
 

Wie gross sind die Erfolgs­chan­cen einer Operation?

In 5–10% der Fäl­le ist es mög­lich, dass sich ein Gan­gli­on erneut bil­det, nach­dem es zuvor ope­ra­tiv ent­fernt wurde.
 

Wie sieht die Nach­be­hand­lung aus?

Es erfolgt bis zur Faden­ent­fer­nung zwei Wochen nach dem Ein­griff eine Ruhig­stel­lung in einer Hand­ge­lenk­schie­ne. Die Schie­ne darf nach 2–3 Tagen mehr­mals täg­lich ent­fernt wer­den um das Hand­ge­lenk aktiv selb­stän­dig zu bewe­gen. Eine zusätz­li­che ambu­lan­te Ergo­the­ra­pie ist in den meis­ten Fäl­len nicht not­wen­dig. Eine ambu­lan­te Ergo­the­ra­pie wird nur dann not­wen­dig falls die Beweg­lich­keit am Hand­ge­lenk durch die Nar­ben­bil­dung leicht ein­ge­schränkt ist.
 

Was sind die Beschwer­den bei einem Fingerendgelenksganglion?

Das Gan­gli­on des Fin­ger­end­ge­len­kes kommt beim älte­ren Men­schen arthro­se­be­dingt häu­fig vor. Das Gan­gli­on liegt häu­fig über der Nagel­wur­zel und führt oft zu einer Stö­rung des Nagel­wachs­tums. Manch­mal ent­leert sich die gal­lert­ar­ti­ge Flüs­sig­keit durch Spon­tan­per­fo­ra­ti­on der Haut und füllt sich im Ver­lauf wie­der nach.
 

Wie wird ein Fin­ger­end­ge­lenks­gan­gli­on behandelt?

Bei einer Spon­tan­per­fo­ra­ti­on mit Gefahr einer Gelenks­in­fek­ti­on oder zuneh­men­der Nagel­wachs­tums­stö­rung kann die ope­ra­ti­ve Ent­fer­nung des Gan­gli­on ambu­lant in Lei­tungs­an­äs­the­sie (Fin­ger­block) erfol­gen. Als Fol­ge der Ope­ra­ti­on kön­nen fei­ne Längs­ril­len im Nagel zurück­blei­ben. Die Defor­mie­rung des Nagels, wel­che durch das Gan­gli­on ent­stan­den ist, bil­det sich in der Regel inner­halb weni­ger Mona­te wie­der zurück.
 

Wie sieht die Nach­be­hand­lung aus?

Bis zwei Wochen nach der Ope­ra­ti­on wird ein Ver­band zur Ruhig­stel­lung des Fin­gers getragen.
 

Was sind die Beschwer­den bei einem Beugesehnenscheiden-Ganglion?

Beu­ge­seh­nen­schei­den-Gan­gli­en lie­gen an der Beu­ge­sei­te der Fin­ger­ge­len­ke und ver­ur­sa­chen häu­fig Schmer­zen, beim Grei­fen durch die mecha­ni­sche Belastung.
 

Wie wird ein Beu­ge­seh­nen­schei­den-Gan­gli­on behandelt?

Im Gegen­satz zu den Hand­ge­lenk­gan­gli­en bil­den sich die Beu­ge­seh­nen­schei­den-Gan­gli­en sel­tenspon­tan zurück. Eine Sprit­zen­the­ra­pie mit einem lokal wir­ken­den Kor­ti­son­prä­pa­rat führt sel­ten zum Erfolg und muss des­halb ope­ra­tiv ent­fernt werden.
 

Wie sieht die Nach­be­hand­lung aus?

Es darf sofort frei bewegt wer­den. Ein Pflas­ter­ver­band mit einer ein­fa­chen Adhä­siv­bin­de bis zur Faden­ent­fer­nung ist ausreichend.

Was ist ein schnel­len­der Finger?

Durch Über­be­an­spru­chung kann eine Ent­zün­dung der Seh­nen­schei­de der Beu­ge­seh­nen auf­tre­ten. Es kommt dann zu einer Ver­di­ckung der Seh­nen­schei­de oft kom­bi­niert mit Aus­bil­dung eines Seh­nen­knöt­chens. Dadurch kann die Seh­ne nicht mehr durch das dor­ti­ge Ring­band glei­ten und bleibt hän­gen. Unter ver­mehr­ter Kraft­auf­wen­dung schnellt dann beim Stre­cken des Fin­gers die ver­dick­te Seh­ne durch das Ring­band hin­durch. Manch­mal ist beim Beu­gen zusätz­lich auch ein Schnap­pen vorhanden.
 

Wie wird ein schnel­len­der Fin­ger behandelt?

Bleibt ein schnel­len­der Fin­ger kon­stant über meh­re­re Wochen bestehen, so ver­rin­gert sich die Aus­sicht einer spon­ta­nen Hei­lung. Trotz­dem kann eine kon­ser­va­ti­ve Behand­lung mit ambu­lan­ter Ergo­the­ra­pie erfol­gen um die zur mus­ku­lä­ren Über­las­tung füh­ren­den Fak­to­ren zu besei­ti­gen. Eine loka­le Sprit­zen­be­hand­lung mit einem Kor­ti­son­prä­pa­rat bringt oft nur kurz­zei­ti­gen Erfolg. Bei anhal­ten­den Beschwer­den ist eine Ope­ra­ti­on ange­bracht. Die Ope­ra­ti­on wird ambu­lant in Lokal- oder Regioa­l­a­na­es­the­sie vor­ge­nom­men. Das ers­te Ring­band, an wel­chem die ver­dick­te Seh­ne hän­gen bleibt, wird gespal­ten. Das Schnel­len des Fin­gers ist sofort besei­tigt. Die Ent­zün­dung der Seh­nen­schei­de benö­tigt aber eine län­ge­re Abheilungszeit.
 

Wie sieht die Nach­be­hand­lung aus?

Die Ope­ra­ti­ons­wun­de wird nur mit einem Pflas­ter und einer dün­nen Bin­de gedeckt. Es darf ab sofort frei bewegt wer­den. Die vol­le Belas­tungs­auf­nah­me erfolgt nach Faden­ent­fer­nung zwei Wochen nach dem Ein­griff. Eine ambu­lan­te Ergo­the­ra­pie ist bei zusätz­li­cher Ver­di­ckung der Seh­nen­schei­de manch­mal emp­feh­lens­wert, um die zugrun­de­lie­gen­de ursäch­li­che Mus­kel­über­be­an­spru­chung zu beseitigen.

Was ist ein Karpaltunnelsyndrom?

Der Kar­pal­tun­nel liegt im Bereich der Hand­wur­zel am Über­gang vom Unter­arm zur Hand­flä­che. Er ist mit einem straf­fen Band (Reti­nacu­lum flexo­rum, Liga­men­tum car­pi trans­ver­sum) über­spannt. Durch die­sen Kanal ver­läuft der Ner­vus medi­a­nus zusam­men mit den Fin­ger­beu­ge­seh­nen. Durch eine Ein­engung kommt es zur Druck­schä­di­gung des Ner­vus medianus.
 

Was sind typi­sche Sym­pto­me eines Karpaltunnelsyndroms?

Die typi­schen Sym­pto­me einer Ner­ven­ein­engung sind Taub­heits­ge­fühl, Krib­beln und Ein­schla­fen von Dau­men, Zei­ge- und Mit­tel­fin­ger sowie dem Mit­tel­fin­ger zuge­wand­te Sei­te des Ring­fin­gers. Manch­mal kön­nen auch bren­nen­de Schmer­zen hin­zu­kom­men. In der Regel sind die Beschwer­den nachts oder bei län­ger anhal­ten­der glei­cher Hand­stel­lung wie zum Bei­spiel beim Zei­tung­le­sen oder Auto­fah­ren beson­ders stark aus­ge­prägt, da der Kar­pal­tun­nel bei der Beu­gung und Stre­ckung des Hand­ge­lenks zusätz­lich ein­ge­engt wird.
 

Wie ent­steht ein Karpaltunnelsyndrom?

Meist führt eine Volu­men­ver­meh­rung der Struk­tu­ren im Kar­pal­tun­nel zu zuneh­men­den Druck des Ner­vus medi­a­nus und wird dadurch geschä­digt. Frau­en sind wesent­lich häu­fi­ger betrof­fen als Män­ner, wahr­schein­lich spie­len hor­mo­nel­le Unter­schie­de mit eine Rolle.
 

Mög­li­che Ursa­chen sind

  • Ent­zün­dung und Schwel­lung der Beu­ge­seh­nen oder der Seh­nen­schei­den im Karpaltunnel
  • Frak­tu­ren im Bereich des Handgelenks
  • Schwel­lungs­zu­stän­de von Hand und Vorderarm
  • Häu­fig kei­ne spe­zi­fi­sche Ursa­che erkennbar

 

Wie stellt man die Dia­gno­se eines Karpaltunnelsyndroms?

In der Regel kann die Ver­dachts­dia­gno­se schon durch die Sym­pto­me, die der Pati­ent schil­dert, gestellt wer­den. Ganz typisch sind dabei nächt­li­che Beschwer­den. Häu­fig berich­tet der Pati­ent des­we­gen aus dem Schlaf zu erwa­chen und durch Schüt­teln der Hand die Sym­pto­me lin­dern zu kön­nen. Spe­zi­el­le Tests bei der Unter­su­chung der Hand tra­gen dazu bei, die Ver­dachts­dia­gno­se zu erhär­ten. Je nach Situa­ti­on und Vor­ge­schich­te kann ein Rönt­gen­bild des Hand­ge­lenks not­wen­dig sein. Die defi­ni­ti­ve Dia­gno­se wird durch elek­tro­phy­sio­lo­gi­sche Mes­sun­gen bestä­tigt. Bei die­sen Mes­sun­gen, die durch einen Neu­ro­lo­gen durch­ge­führt wer­den, kann objek­tiv durch Bestim­mung der Ner­ven­leit­fä­hig­keit bestimmt wer­den, ob und wie schwer eine Ein­engung des Nervs vor­liegt. Eine Ultra­schall­un­ter­su­chung kann zusätz­lich Aus­kunft über die Ursa­che der Erkran­kung geben.
 

Wie behan­delt man ein Karpaltunnelsyndrom?

Bei mil­der Aus­prä­gung und erst seit Kur­zem bestehen­den Beschwer­den darf mit einer kon­ser­va­ti­ven The­ra­pie begon­nen wer­den. Es emp­fiehlt sich hier­für eine Hand­ge­lenks­schie­ne, die nachts getra­gen wird. Je nach Ursa­che kann gleich­zei­tig noch ein abschwel­len­des Medi­ka­ment ver­ord­net wer­den. Eine Infil­tra­ti­on mit einem lokal wir­ken­den Kor­ti­son­prä­pa­rat kann in unkla­ren Fäl­len oder bei akut auf­tre­ten­den Sym­pto­men hel­fen. Beglei­tend scheint eine ergo­the­ra­peu­ti­sche Behand­lung (z. Bsp. Spi­ral­dy­na­mik) in man­chen Fäl­len erfolgs­ver­spre­chend. Bei fort­be­stehen­den Beschwer­den trotz der erwähn­ten kon­ser­va­ti­ven Mass­nah­men ist das ope­ra­ti­ve Vor­ge­hen meist die ein­zi­ge Alternative.
 

Was pas­siert, wenn das Kar­pal­tun­nel­syn­drom nicht ope­riert wird?

Lan­ge bestehen­de Druck­ein­wir­kung führt unter Umstän­den neben den Sen­si­bi­li­täts­stö­run­gen auch zur zu irrever­si­blen Schwä­che des Dau­mens mit Rück­bil­dung der Dau­men­mus­ku­la­tur. Es ist des­halb in vie­len Fäl­len rat­sam, mit der Ope­ra­ti­on nicht zu lan­ge abzuwarten.
 

Was wird beim Kar­pal­tun­nel­syn­drom ope­riert und wie sieht die Nach­be­hand­lung aus?

Bei der ope­ra­ti­ven Behand­lung wird der Ner­vus medi­a­nus mit­tels Durch­tren­nung des den Kar­pal­tun­nel über­spann­ten Ban­des (Reti­nacu­lum flexo­rum) von sei­ner Ein­engung befreit. Dies geschieht in der Regel in Regio­nal­an­äs­the­sie. Nach der Ope­ra­ti­on wird eine Hand­ge­lenks­schie­ne oder ein dicker Hand­ver­band ange­legt, wel­che die Fin­ger frei las­sen. Bis zur Faden­ent­fer­nung nach zwei Wochen darf regel­mäs­sig bewegt wer­den. Es kön­nen sechs bis acht Wochen bis zur vol­len Belast­bar­keit ver­ge­hen, wobei häu­fig eine Emp­find­lich­keit der Nar­be für meh­re­re Mona­te zu beob­ach­ten ist, die ergo­the­ra­peu­tisch behan­delt wer­den soll.
 

Wie gross sind die Erfolgs­chan­cen einer Operation?

Die Kar­pal­tun­nel-Ope­ra­ti­on ist eine der häu­figs­ten hand­chir­ur­gi­schen Ope­ra­tio­nen mit tie­fer Kom­pli­ka­ti­ons­ra­te und hoher Erfolgs­quo­te von über 90%.

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